Landesjugend-konferenz

Ein neues Projekt startet

Die Landesjugendkonferenz ist ein neues Projekt des Kinder- und Jugendhilferechtsverein e.V. Es ist im August 2022 gestartet.

Im Projekt arbeiten Elsa Thurm und Björn Redmann.

 

Worum geht es?

Junge Menschen, die in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in Sachsen leben, sollen eine Plattform nach ihren Vorstellungen bilden, die (1.) Begegnungen zwischen ihnen ermöglicht, sie (2.) gemeinsame Erfahrungen und Probleme erkennen lässt, (3.) einen Ort darstellt, an dem junge Menschen angstfrei ihre Stimme erheben können, (4.) ihre Interessen bündelt und an Träger, Einrichtungen und gegenüber (Fach)Politik und Öffentlichkeit weitergibt und (5.) sich perspektivisch zu einer Struktur von Selbstvertretung entwickeln kann. Damit soll ein Beitrag geleistet werden, die Praxis stationärer Erziehungshilfen in Sachsen unter Beteiligung von jungen Menschen aus der Erziehungshilfe beteiligungsorientiert weiterzuentwickeln. Damit wird das Projekt im Sinne des § 4a SGB VIII tätig zur Förderung „Selbstorganisierter Zusammenschlüsse zur Selbstvertretung“.

Kinderrechte in der Heimerziehung: Einladung zu einem Workshop in Dresden - 10.-12. Februar 2023

Wir laden junge Menschen ein, die in Heimen und Wohngruppen der Jugendhilfe  in Sachsen leben. Wir wollen miteinander diskutieren über die Umsetzung von Kinderrechten in der Jugendhilfe.

10.-12. Februar 2023
Hotel Rothenburger Hof in
Dresden.

Anfahrt, Unterkunft, Verpflegung und Seminar sind kostenlos.

  • Start: Freitag, 10.02. um 17 Uhr im Hotel
  • Ende: Sonntag, 12.02. um 14 Uhr
  • ab 14 Jahre kannst du teilnehmen
  • Einverständnis der Eltern/Vormund ist nötig
Wenn du wissen willst, wie so ein Seminar abläuft und was wir mit Euch diskutieren, dann lies gern den Text hier unten.
Fragen beantworten dir Elsa (0176 / 60 195 519) und Björn (0152/34396475)

 

"Ich will auf dem Zug mitfahren und Kohlen nachlegen". Bericht vom ersten Workshop.

Am vergangenen Wochenende war es so weit – 19 junge Mensch (Careleaver:innen und Carereceiver:innen) aus weiten Teilen Sachsen trafen sich für zwei Tage in Dresden – der Auftakt für die Landesjugendkonferenz (Arbeitstitel). Inhaltliche Schwerpunkte dieser beiden Tage waren: Wieviel Erfahrung mit Selbstvertretungs- und Beteiligungsstrukturen bringen die jungen Menschen mit, was für Veränderungswünsche bezüglicher der Hilfen zur Erziehung haben sie eigentlich und wie kann gemeinsam für Veränderungen gesorgt werden, wie kann das Mitarbeiten in so einen Gremium so attraktiv sein, dass noch viel mehr junge Menschen Lust bekommen für sich und ihre Bedarfe einzustehen und wer sollte die erarbeiteten Wünsche und Forderungen aus der Landesjugendkonferenz heraus unbedingt hören? Außerdem war der Raum geöffnet, um Geschichten aus dem eigenen WG-Leben mit den anderen Teilnehmer:innen zu teilen.

 

Viele Fragen bewegten uns an diesem Wochenende, vieles wurde wieder deutlich. Die Wohngruppen arbeiten sehr unterschiedlich. Manche der Teilnehmer:innen haben viel Erfahrung mit Selbstvertretungsstrukturen, sind Gruppensprecher:innen in ihren Wohngruppen, bekommen Einladungen zu Teamberatungen und dürfen bei Bewerbungen mitentscheiden. In anderen Wohngruppen existieren Gruppensprecher:innen nicht, gibt es keine Gruppenstunden, in denen zum Beispiel alltägliche Dinge gemeinsam entschieden werden, wo Bewohner:innen zu keiner Zeit die Möglichkeit haben, mitzuentscheiden oder nur gehört zu werden.

Auch von rechtswidrigem Verhalten von Betreuer:innen und von Erschwernissen im Alltag in einer Wohngruppe wurde berichtet: Taschengeldentzug, Zwangsansparen, ganz unterschiedliche Formen, das den Teilnehmer:innen zustehende Geld auszuzahlen, Missachten der Privatsphäre, Gruppenbestrafungen oder die fehlenden Möglichkeiten, Spontan zu sein. Etwas wurde auch deutlich, dass alle Teilnehmer:innen ihre Rechte gar nicht oder nicht ausreichend kennen.
Während der zwei Tage entstanden erste großartige Ideen, mit welchen Mittel Veränderungen entstehen könnten. Es wurde ein mögliches Tauschprogramm von Wohngruppen, eine Veranstaltung nur gemeinsam mit Politiker:innen, verschiedene Formen und Möglichkeiten der Vernetzung untereinander und der gemeinsamen Weiterarbeit diskutiert.

 

Der Wunsch nach Vernetzung mit anderen Careleaver:innen und Carereceiver:innen bei den Teilnehmer:innen ist groß. Die Runde wird sich im Februar 2023 wiedersehen, um die Entwicklung von Selbstvertretungsstrukturen in Sachsen weiter voranzutreiben. Die Motivation der Teilnehmer:innen ist groß, Teil dieses Entwicklungsprozesses zu sein, gemeinsam erarbeitete Ziele für sich und andere zu erarbeiten und durchzusetzen, andere zu motivieren, über Rechte zu informieren , andere Wohngruppen kennen zu lernen und gemeinsam die Landesjugendkonferenz zu einer großen Bewegung zu machen.
Wir freuen uns auf diesen Prozess und sind schon sehr gespannt!

Einladung zu einem Workshop für junge Menschen aus der Heimerziehung Sachsens

Elsa und Björn freuen sich auf Dich!

Workshop mit sächsischen jungen Menschen aus der Heimerziehung zum Thema Selbstvertretung

 

 

Wir brauchen deine Meinungen und Ideen! Wir möchten gern in Sachsen eine Selbstvertretung junger Menschen aufbauen, die in Heimen und Wohngruppen leben. Und dafür möchten wir mit erfahrenen jungen Menschen ins Gespräch kommen. Wir sind ein unabhängiger Verein und eine Ombudsstelle. Bei uns kannst du ganz frei deine Meinung sagen, wir wollen dich hören.

22.-23. Oktober 2022 im Arcotel Dresden

Workshop, Diskussion, Deine Meinung, Unterkunft im Hotel, kostenfrei, Anfahrt inklusive, Essen, ab 14 Jahre

 

 

Wir diskutieren, schlafen und essen in einem Hotel an der Elbe in Dresden. Die Kosten für diese zwei Tage trägt das Land Sachsen, dich kostet das nichts.

Hast Du Fragen? Ruf gern Björn an (0152-34396475)

Magst Du Dich anmelden? Wir würden uns freuen.

 

Save the Date: Fachtagung 21.11.2022 von 10 – 16 Uhr an der Hochschule Mittweida "Neues für und in der Heimerziehung: Verbriefte Kinderrechte, Selbst-organisation und Beschwerde im Fokus"

Inhalt: Die Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetzes im vergangenen Jahr hat einige Schwerpunkte in der Heimerziehung nochmals gestärkt und neue Themen gesetzt: So sollen Kinderrechte noch stärker verwirklicht werden, Beschwerderechte und -möglichkeiten deutlich ausgebaut werden und Formen der Selbstorganisation von und für Adressat:innen entwickelt werden. Träger, Einrichtungen und Fachkräfte stehen vor der Aufgabe, diese Vorgaben in der Praxis konkret umzusetzen. Vieles ist auch 17 Monate nach der Reform noch unklar.

In Sachsen sollen diese Themen u.a. mittels einer neuen Plattform vorangetrieben werden: Junge Menschen, die in der Heimerziehung leben oder lebten, sollen sich zusammenfinden in der „Landesjugendkonferenz“ (Arbeitstitel) und ihre Wünsche, Vorstellungen und Forderungen miteinander entwickeln. Die Idee ist, dass aus möglichst vielen Einrichtungen Jugendliche zu dieser Plattform stoßen und dabei unterstützt werden, ihre Interessen gemeinsam und gestärkt vorzubringen. Den Rahmen dieser Plattform wird der Kinder- und Jugendhilferechtsverein e.V. landesweit gestalten.

Bei der Präsenz- Fachtagung erinnern wir an die neuen gesetzlichen Grundlagen und fragen nach den Entwicklungen in der Praxis. Gemeinsam erörtern wir, wie die erweiterten Ansprüche der Adressat:innen an eine erneuerte, menschengerechte Jugendhilfe umgesetzt werden können und welche Rolle dabei die jungen Menschen spielen können. Es werden auch junge Menschen aus der Heimerziehung selbst auf dieser Fachtagung sprechen und diskutieren. Aber auch Träger, Einrichtungen und Fachkräfte können sich an diesem Prozess aktiv beteiligen und auf der Tagung ihre Vorstellungen einbringen.

Anmeldung: https://doo.net/veranstaltung/115316/buchung

Kosten:

30 Euro für Fachkräfte,
15 Euro für Studierende,
Kostenfrei für Adressat:innen der Jugendhilfe und Mitglieder des KJRV e.V.