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Graphik Fallzahlanstieg_Ombudschaft 2024

Mehr Nachfrage, mehr Herausforderungen: Einblicke in die Beratungsarbeit 2024

Hohe Nachfrage an unabhängiger Beratung

Die unabhängigen Ombudsstellen des Kinder- und Jugendhilferechtsvereins (KJRV) waren auch 2024 stark gefragt: 524 Ratsuchende wurden beraten – erneut mehr als im Vorjahr. Die Nachfrage war so hoch, dass an allen Standorten zeitweise Wartelisten und Aufnahmestopps notwendig wurden.

Konflikte mit Jugendämtern im Mittelpunkt

Über 400 Anliegen wurden als eigenständige Beratungsprozesse bearbeitet. Häufig ging es um Konflikte mit Jugendämtern – etwa wenn Hilfen zur Erziehung nicht oder nur verzögert bewilligt wurden, unklare Zuständigkeiten bestanden oder junge Volljährige um ihre Ansprüche kämpfen mussten.
Zunehmend meldeten sich auch Careleaver*innen und unbegleitete Minderjährige, die auf besondere Hürden im Hilfesystem stießen.

Erfahrungen von Ratsuchenden

Viele Ratsuchende berichteten, dass sie sich nicht ausreichend beteiligt oder ernst genommen fühlten. Ein Drittel der Fälle betraf explizit Beteiligungsrechte von jungen Menschen und Eltern.
Hinzu kamen Beratungsprozesse zu Sorge- und Umgangskonflikten, Kinderschutzfragen oder zur Missachtung des Wunsch- und Wahlrechts.

Unterstützung in komplexen Verfahren

Die Ombudsstellen klärten nicht nur rechtliche Fragen, sondern unterstützten auch bei der Formulierung von Anträgen und Widersprüchen, begleiteten Ratsuchende zu Gesprächen mit Behörden und stärkten sie im Hilfeplanverfahren. In besonders komplexen Fällen wurden ehrenamtliche Jurist*innen hinzugezogen.

Strukturelle Probleme im Jugendhilfesystem

Die Auswertung zeigt über die Einzelfälle hinaus strukturelle Defizite: rechtswidrige Befristungen von Hilfen, unklare Zuständigkeitswechsel oder fehlende Angebote – etwa für hochstrittige Elternkonflikte oder junge Menschen mit komplexen Lebenslagen.
Der KJRV fordert deshalb mehr Transparenz, verbindliche Standards und den Ausbau niedrigschwelliger Hilfen.

Ombudschaft als wichtige Stimme

Trotz begrenzter Ressourcen konnte der KJRV 2024 zahlreiche Ratsuchende in ihren Rechten stärken. Damit wird unabhängige Beratung mehr und mehr zu einer unverzichtbaren Stimme im Jugendhilfesystem.

Careleaver-Zentrum von Kürzungen bedroht!

Seit dem 1. April erhält das Careleaver-Zentrum „House of Dreams“ keine Förderung mehr von der Landeshauptstadt Dresden.
 
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