Dresden und der KJRV werden Modellprojektstandort für Elternselbstvertretung
Seit Jahresanfang 2026 ist Dresden Standort eines Modellprojekts zum Aufbau von Selbstorganisationen von Eltern, die mit der Kinder- und Jugendhilfe zu tun haben. Die Fachhochschule Dortmund und die Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen haben das Projekt aus Bundesmitteln angestoßen. Der Kinder- und Jugendhilferechtsverein e.V. (KJRV) ist Projektpartner und möchte dazu beitragen, dass Wissen generiert wird zur Frage, wie der Aufbau von solchen Elternselbstvertretungen gelingen kann. Neben Dresden sind Böblingen (Baden-Württemberg), Düsseldorf und Berlin weitere Standorte.
Dass es solche Vertretungen geben soll, geht u.a. auf die Reform des SGB VIII aus dem Jahre 2021 zurück. Ziel des neu geschaffenen § 4a SGB VIII ist es, dass junge Menschen und Eltern nicht nur im Einzelfall beteiligt werden, sondern auch strukturell an der Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe beteiligt sind. Dafür sind auch Selbstvertretungen in Einrichtungen (§ 45 SGB VIII), im Jugendhilfeausschuss (§ 71 SGB VIII) und in fachlichen Arbeitsgruppen (§ 78 SGB VIII) vorgesehen. Eltern und junge Menschen haben also nun nicht nur das Recht, sich zusammenzuschließen, sondern sie müssen nun sogar Zugang zu Gremien bekommen, dort mitsprechen und z.T. sogar mitentscheiden dürfen. Bleibt die Frage, wie solche Elternselbstvertretungen sich gründen sollen.
Unter dem Dach des KJRV treffen sich seit vielen Monaten Eltern unter dem selbstgewählten Namen „Kritische Eltern“. Diese Gruppe soll nun wachsen.
Save the Date: Am 26.03.2026 laden wir um 17 Uhr Eltern ein, die mit der Kinder- und Jugendhilfe Erfahrungen haben. Der genaue Ort in Dresden wird noch mitgeteilt.
Kontakt:
Björn Redmann
redmann@kjrv.de
Tel.: 0152/34396475
Was bisher passiert ist…
Die Eltern haben gemeinsame Erfahrungen, die sie ausgetauscht haben: Zwar sind sie froh, dass sie Hilfe durch das Jugendamt bekommen haben. Aber es gibt viele problematische Themen: Sie vermissen einen guten menschlichen Umgang mit ihnen als Eltern. Sie berichten von fehlender Wertschätzung durch Fachkräfte, fühlen sich in Hilfeplangesprächen mitunter vorgeführt, erleben häufige Personalwechsel und dass sie als Eltern immer für alles verantwortlich gemacht werden. Sie fühlen sich häufig nicht ausreichend beteiligt, sie vermissen Beschwerdemöglichkeiten. Auch die Angebote der freien Träger finden sie häufig nicht hilfreich.
Der aktuelle Flyer und herzliche Einladung zum kommenden Treffen: